D I E   2 0 E R   U N D   3 0 E R   J A H R E 

Das erste und vordringlichste Problem des jungen Vereins war die Sportplatzfrage. In Ortsnähe war für diesen Zweck kein geeignetes Gelände zu bekommen. Verständlich, wenn man bedenkt, daß im Jahre 1919 Ackerland und Wiesen die Existenzgrundlage für die hiesige Bevölkerung war.Nachdem im Sommer 1919 der Fußballverein “Viktoria“ beim Süddeutschen Fußballbund angemeldet war, konnte die Mannschaft im Herbst erstmals an einer Verbandsrunde teilnehmen. Gespielt wurde nach wie vor auf der Wiese am Seeweg.
Als nach einem Waldbrand 1921 im Privatwald westlich der Bahnlinie in der Nähe des Bahnwärterhauses eine etwa 1 ha große Fläche den Flammen zum Opfer fiel, richteten sich die Interessen zum Erwerb und Bau eines Sportplatzes auf dieses Gelände.Es wurden Verhandlungen mit den Waldbesitzern Karl Krug, Elise Berninger, Kilian Zöller, Karl Büttner und Anton Wüst geführt. Diese endeten mit dem Ergebnis, daß das Gelände im Pacht­verhältnis zur Anlage eines Sportplatzes vom Fußballverein “Viktoria" genutzt werden konnte. Als Pachtpreis wurden 3 Pf. pro qm festgesetzt. Nun ging es an die Arbeit. Da es sich um jungen Niederwald handelte, konnte der Fuhrmann Jakob Ebert mit seinem Pferd die Bäumchen samt Wurzeln einfach aus dem Boden ziehen.Mit Kuhgespannen wurde der Waldboden eingeebnet, umgepflügt, geeggt, planiert und mit Heublumen eingesät, weil Grassamen zu teuer war.Dieser Erwerb von Eigentum, die gemeinsame Arbeit, die Freude am gelungenen Werk und der Stolz, brachte erstmals in den jungen Verein das Gefühl und das Bewußtsein, eine Gemeinschaft zu sein, die etwas erreicht, wenn sie nur zusammenhält.Der Sportplatz hatte die Ausmaße 105 m x 65 m und war in Ost-Westrichtung (heute Nord-Südrichtung) angelegt.Von nun an entwickelte sich ein reger und geordneter Spielbetrieb.
Freilich war es damals anders als heute. Die Vereinsgründung fiel in die Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges. Es war eine Notzeit, wie sie die spätere Generation auch nach dem 2. Weltkrieg durchleben mußte. Das Geld war knapp, viele Spieler hatten keine Arbeit. Die Inflation 1923 kam hinzu und manchem reichte das Geld nicht zum Kauf einer Fahrkarte zum Auswärtsspiel. So mußten auch weite Strecken oft mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.Gespielt wurde 1921 gegen Großauheim, Klingenberg, Röllfeld, Rasenspieler Offenbach, die Land­polizei, SV Miltenberg, Kick. Walldürn, Lohr, SV Münster und Kickers Aschaffenburg.
Die Einnahmen in diesem Jahr lagen zwischen 30 RM (Rentenmark) und 658 RM pro Spiel. Insgesamt wurden an Spieleinnahmen 3942 RM verbucht, was einer durchschnittlichen Platzeinnahme von 303 RM entsprach.Sonstige Einnahmen hatte der Verein aus bescheidenen Spenden, Faschings- und Tanzveranstaltungen und Vereinsbeiträgen. Ausgaben entstanden für Fahrkosten, Schiedsrich­terspesen, Sportkleidung und Schuhe, Ballreparaturen, Inserate im “Obernburger Boten“ (einer Lokalzeitung der damaligen Zeit) und Pacht für den Sportplatz. Insgesamt rechnete der Kassier Jakob Stegmann mit 8066 RM Einnahmen und 6096 RM Ausgaben das Geschäftsjahr 1921 ab.
Das Kassenbuch wurde quartalsmäßig geführt, abgerechnet und durch Revisoren geprüft.vom 20.03.1921 über 10 RM für ein Jugendspiel gegen Hainstadt läßt den Schluß zu, daß ab diesem Tag eine Jugendmannschaft spielt. Die Ein- und Ausgaben erscheinen im Vergleich zu den späteren Buchungen ab 1921 relativ hoch. Es ist zu vermuten, daß 1921 schon inflationäre Entwicklungen in Erscheinung traten. Diese Tendenz setzte sich 1922 fort.Am 13.05.22 wurde bei einem Sportfest 9207 RM erwirtschaftet und die Christbaumverlosung des gleichen Jahres erbrachte eine Einnahme von 143 534 RM. So ist es nicht verwunderlich, daß im Jahre 1922 Einnahmen in Höhe von 164 767 RM und Ausgaben in Höhe von 47 721 RM verbucht sind. Es sollte noch viel schlimmer kommen.

Das erste und vordringlichste Problem des jungen Vereins war die Sportplatzfrage. In Ortsnähe war für diesen Zweck kein geeignetes Gelände zu bekommen. Verständlich, wenn man bedenkt, daß im Jahre 1919 Ackerland und Wiesen die Existenzgrundlage für die hiesige Bevölkerung war. Nachdem im Sommer 1919 der Fußballverein “Viktoria“ beim Süddeutschen Fußballbund angemeldet war, konnte die Mannschaft im Herbst erstmals an einer Verbandsrunde teilnehmen. Gespielt wurde nach wie vor auf der Wiese am Seeweg.

Als nach einem Waldbrand 1921 im Privatwald westlich der Bahnlinie in der Nähe des Bahnwärterhauses eine etwa 1 ha große Fläche den Flammen zum Opfer fiel, richteten sich die Interessen zum Erwerb und Bau eines Sportplatzes auf dieses Gelände. Es wurden Verhandlungen mit den Waldbesitzern Karl Krug, Elise Berninger, Kilian Zöller, Karl Büttner und Anton Wüst geführt. Diese endeten mit dem Ergebnis, daß das Gelände im Pacht­verhältnis zur Anlage eines Sportplatzes vom Fußballverein “Viktoria" genutzt werden konnte. Als Pachtpreis wurden 3 Pf. pro qm festgesetzt. Nun ging es an die Arbeit. Da es sich um jungen Niederwald handelte, konnte der Fuhrmann Jakob Ebert mit seinem Pferd die Bäumchen samt Wurzeln einfach aus dem Boden ziehen.

Mit Kuhgespannen wurde der Waldboden eingeebnet, umgepflügt, geeggt, planiert und mit Heublumen eingesät, weil Grassamen zu teuer war. Dieser Erwerb von Eigentum, die gemeinsame Arbeit, die Freude am gelungenen Werk und der Stolz, brachte erstmals in den jungen Verein das Gefühl und das Bewußtsein, eine Gemeinschaft zu sein, die etwas erreicht, wenn sie nur zusammenhält. Der Sportplatz hatte die Ausmaße 105 m x 65 m und war in Ost-Westrichtung (heute Nord-Südrichtung) angelegt.Von nun an entwickelte sich ein reger und geordneter Spielbetrieb. Freilich war es damals anders als heute.

Die Vereinsgründung fiel in die Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges. Es war eine Notzeit, wie sie die spätere Generation auch nach dem 2. Weltkrieg durchleben mußte. Das Geld war knapp, viele Spieler hatten keine Arbeit. Die Inflation 1923 kam hinzu und manchem reichte das Geld nicht zum Kauf einer Fahrkarte zum Auswärtsspiel. So mußten auch weite Strecken oft mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.Gespielt wurde 1921 gegen Großauheim, Klingenberg, Röllfeld, Rasenspieler Offenbach, die Land­polizei, SV Miltenberg, Kick. Walldürn, Lohr, SV Münster und Kickers Aschaffenburg.Die Einnahmen in diesem Jahr lagen zwischen 30 RM (Rentenmark) und 658 RM pro Spiel. Insgesamt wurden an Spieleinnahmen 3942 RM verbucht, was einer durchschnittlichen Platzeinnahme von 303 RM entsprach.Sonstige Einnahmen hatte der Verein aus bescheidenen Spenden, Faschings- und Tanzveranstaltungen und Vereinsbeiträgen. Ausgaben entstanden für Fahrkosten, Schiedsrich­terspesen, Sportkleidung und Schuhe, Ballreparaturen, Inserate im “Obernburger Boten“ (einer Lokalzeitung der damaligen Zeit) und Pacht für den Sportplatz. Insgesamt rechnete der Kassier Jakob Stegmann mit 8066 RM Einnahmen und 6096 RM Ausgaben das Geschäftsjahr 1921 ab.

Das Kassenbuch wurde quartalsmäßig geführt, abgerechnet und durch Revisoren geprüft. Vom 20.03.1921 über 10 RM für ein Jugendspiel gegen Hainstadt läßt den Schluß zu, daß ab diesem Tag eine Jugendmannschaft spielt. Die Ein- und Ausgaben erscheinen im Vergleich zu den späteren Buchungen ab 1921 relativ hoch. Es ist zu vermuten, daß 1921 schon inflationäre Entwicklungen in Erscheinung traten. Diese Tendenz setzte sich 1922 fort.Am 13.05.22 wurde bei einem Sportfest 9207 RM erwirtschaftet und die Christbaumverlosung des gleichen Jahres erbrachte eine Einnahme von 143 534 RM. So ist es nicht verwunderlich, daß im Jahre 1922 Einnahmen in Höhe von 164 767 RM und Ausgaben in Höhe von 47 721 RM verbucht sind.

 

An den Vereinswirt Adam Rosenberger wurden am 09.12.1923 für Apfelwein 1 450 000 000 000 RM bezahlt; für welche Menge ist leider nicht belegt. Aber auch der Gastwirt Anton Waigand erhielt für Getränke am gleichen Tag 13 250 000 000 000 RM. Die Fahrt nach Hettingen “verschlang“am 04.11.  374 Milliarden.

1924 im Jahr nach der totalen Geldentwertung normalisierten sich auch die Ein- und Ausgaben des Vereins wieder. Die Platzeinnahmen lagen bei 40,00 Reichsmark im Durchschnitt. Mit einer großzügigen Spende der Schiffswerft und der Glanzstoff, den Einnahmen aus der Christbaum­verlosung, 560 RM, den Einnahmen aus dem Preiskegeln, 270 RM, Vereins­beiträge und Mitgliederspenden standen im 1. Jahr nach der Inflation immerhin 2330,80 RM auf der Einnahmenseite. Demgegenüber waren Ausgaben in Höhe von 2129,96 RM zu tätigen. Das sportlich erfolgreichste Jahr in der Gründerzeit war das Jahr 1925, als die A-Klassen-Meisterschaft und nach erfolgreichen Aufstiegsspielen der Gau- und Kreismeistertitel errungen wurde.

Zuvor war die Mannschaft 1921 C-Meister und 1922 B-Meister geworden.Das sportliche Ansehen des Fußballvereins wurde in jenen Jahren begründet.In der Ostmainkreisliga spielte der Verein bis 1932. Noch einmal wurde 1935 A-Meisterschaft gefeiert, aber zum Aufstieg reichte es diesmal nicht.Der einzige Nachteil des schön gelegenen Waldsportplatzes bestand in der weiten Entfernung zum Ort. Die auswärtigen Spieler mußten sich im Vereinslokal des Gasthauses “Engel“in der Hauptstraße umziehen, um dann nach einem halbstündigen Fußmarsch den Sportplatz zu erreichen. Nach einem ermüdenden Spiel, bei schlechtem Wetter, zur Winterzeit und besonders für verletzte Spieler war der Rückmarsch besonders beschwerlich. Abhilfe mußte unbedingt geschaffen werden. Die Zimmerleute errichteten eine Umkleidehalle aus Holz, bestehend aus 2 Mannschaftskabinen mit Waschgelegenheit. Das Wasser zum Waschen mußte am Brunnen im Garten des Bahnwärters geholt werden.Die Halle durfte 1923 errichtet worden sein. (Der Zimmermann Josef Zöller hat für Dachbedeckung im Jahre 1934 eine Anzahlung von 80,- RM und eine Restzahlung von 26,90 RM erhalten). Diese Sportanlage wurde ohne Veränderungen bis 1951 genutzt.

Wann und zu welchem Preis das Pachtgelände des Sportplatzes gekauft werden konnte, ist nicht genau bekannt.Der Verein wurde am 14.06.1924 am Amtsgericht Obernburg ins Vereins­register eingetragen.Nur als eingetragener Verein (e.V.) war der Verein geschäftsfähig, konnte also Darlehen aufnehmen und Grund und Boden erwerben. Von 1933 bis 1936 sind jährlich wiederkehrende Beträge für Zinsen und Tilgungen an die “Darlehns­kasse“Erlenbach im Kassenbuch eingetragen. Lediglich für ein Grundstück wurde noch bis 1938 Pacht entrichtet.Sportlich ist es ab 1935 ruhiger geworden und das nicht nur in Erlenbach. Die jungen Männer mußten einen halbjährigen Einsatz beim Reichsarbeitsdienst und anschließend einen zweijährigen Wehrdienst ableisten. Urlaub gab es nur selten, Sport wurde nur dort gefördert, wo er dem nationalen Prestige diente, oder im Rahmen der “Wehrertüchtigung, der ein Teil der militärischen Ausbildung war.Die von der Reichsregierung befohlene “Gleichschaltung“der Vereine und die Einengung der persönlichen Freiheit mögen auch ihren Teil dazu beigetragen haben, daß bemerkenswerte Initiativen in diesem Zeitraum fehlen.

Wie die staatl. Einflußnahme sich auf den Verein auswirkte, ist bei den Ausgaben im Kassenbuch ab 1934 ersichtlich.“Reineinnahmen aus 2 Winterhilfsspielen 10,15 RM, abgeführt an das Winterhilfswerk 25,- RM, weiterer Eintrag an WHWö. Der Bezug von amtlichem Schriftentum wie “Reichssportblattö, “Deutscher Reichsbund für Leibesübungen, “Nationalsozialistische Sportschau, “Gau-Sport“und “Gau-Verordnungsblatt“ war verpflichtend. Die Hakenkreuzfahne mußte zu jedem Spiel aufgezogen werden, und die Mannschaft zeigte nach dem Einlaufen mit erhobenem rechten Arm den Hitlergruß. Der Vorstand mußte Parteimitglied sein. Nach Kriegsbeginn 1939 konnte der Spielbetrieb bis 1941 mit Jugendspielern und Spielern der älteren Jahrgänge aufrecht erhalten werden. Die letzte Mannschaft war die sog. “Soldatenelf“ der 7. Artillerie-Batterie, die in Erlenbach im Winter 1940/1941 einquartiert war. Dann aber waren nahezu alle Spieler zur Wehrmacht eingezogen, ein Spielbetrieb war nicht mehr möglich. Das letzte Spiel war am 09. Febr. 1941 in Kleinwallstadt.

 

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